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Solingen [DE] - Fa.Vossloh-Kiepe testet Supercap in Solingen

J. Lehmann - 17.01.06


Die Firma Vossloh-Kiepe testet im Soloobus 42 einen Energiespeicher, mehr nach der heutigen (17.01.06) Pressekonferenz bei der SWS, siehe Berichte "Neues vom Obus No.63" (http://home.arcor.de/gile1967/okb63.pdf):
Am Dienstag, 17. Januar 2006 wurde der Solinger Dreiachs-Soloobus 42 mit neuer Technik der Firma Kiepe seitens der SWS vorgestellt. Er erhielt bei der Firma Vossloh-Kiepe neue Bauteile und wird nun im Solinger Netz erprobt. Ende Dezember wurde er vom Werk in Düsseldorf nach Solingen überführt. Der 1986 erbaute Obus 42 ist seit Juli 1988 Versuchsträger für Drehstromantrieb der Firma Kiepe, heute Vossloh Kiepe. Bereits im vergangenen Jahr erhielt er neue Einbauten, daher stand er 2005 nur wenige Tage wieder im Linieneinsatz. Nun erhielt er einen Energiespeicher, der den halben Innenraum des Fahrzeugs ausfüllt. Es handelt sich um einen Supercap, bestehend aus 288 in Reihe geschalteten Kondensatoren, der eine Kapazität von 0,5 KW/h bei 500 Ampere und 600 Volt besitzt. Dieser neue Energiespeicher kann innerhalb Sekunden durch die beim Bremsen gewonnene Energie aufladen werden, die dann beim nächsten Anfahren wieder für den Beschleunigungsvorgang abgeben werden kann. Man erwartet hierdurch eine Energieeinsparung von 10-15% . Bisherige Batterien konnten nur geringe Ströme aufnehmen, daher war eine lange Aufladung erforderlich.
Eine Erprobung ist ab Ende Januar vorgesehen, erst auf dem Depotgelände, dann auch auf dem Solinger Netz im Dauertest, hierbei wird ein Einsatz wie im Linienverkehr simuliert. Da die Technik bei dem Probewagen einen Großteil des Inneren in Anspruch nimmt, kann der Wagen nicht im Linienverkehr mit Personenbeförderung eingesetzt werden. Äußerlich fällt der Wagen durch die großen Rohre, die zur Kühlung des Systems an der Heckscheibe herausgeführt wurden, auf. Eine Testreihe soll auch die Speichermöglichkeit als Hilfsantrieb erforschen. Dabei wird der Supercap aufgeladen und auf dem Depotgelände getestet, wie lange das Fahrzeug ohne Fahrleitung fahren kann. Es wird erwartet, daß Längen von bis zu 400 m bereits überbrückt werden können. Die Energiespeicherung funktioniert jedoch nicht zeitlich unbegrenzt. Bedingt durch Selbstentladung der Kondensatoren und Symmetriewiderstände geht der Hersteller des Supercaps, eine Schweizer Firma des amerikanischen Konzerns Maxwell, von einer Speicherzeit von höchstens zwei Tagen aus. Für den Linienbetrieb reicht dieses vollkommen aus, jedoch der Hilfsantrieb muß auch nach längerer Abstellzeit funktionieren können. Die Erprobung der Technik erfolgt auch in Anbetracht der voraussichtlichen Neubeschaffung von 15 Gelenkwagen die Linie 683. Der Einbau eines Speichers wird in der Ausschreibung als Option vorgesehen. Der Hilfsmotor soll jedenfalls mit einem Dieselmotor erfolgen. Dabei soll jedoch auf einen serienmäßigen PKW-Motor übergegangen werden, um den Schadstoffausstoß in Anbetracht der geplanten regelmäßigen Nutzung entsprechend den Normen erfüllen zu können. Bei den derzeit verwendeten Industriemotoren liegen die Werte erheblich über den gesetzlichen Grenzwerten, hier ist eine Nutzung jedoch nur für Notfälle vorgesehen.


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