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trolley:motion - Teilelektrisch unterwegs: Hybrid-Vorstellung im VRR

J. Lehmann - 18.06.12


In den Jahren 2009 bis 2011 beschafften ein privater und 15 kommunale Verkehrsbetriebe mit Hilfe eines Förderprogramms des Verkehrsverbunds Rhein-Ruhr (VRR) insgesamt 70 Hybridbusse, und zwar 59 Gelenkwagen und elf 12m-Wagen. Nun präsentierte der VRR am 15.06.2012 die Ergebnisse der ersten Betriebsjahre, Veranstaltungsort war das Depot der SWK in Krefeld. Das Institut für Kraftfahrzeuge der RWTH Aachen University und der TÜV Nord Mobilität GmbH & Co. KG stellte die Untersuchungsergebnisse vor, die sie im Rahmen des Projektes ermittelt hat. Sie resümierten, "dass mit den Hybridbussen sämtlicher vertretenen Hersteller sowohl Kraftstoffeinsparungen als auch eine Reduktion von Abgas- und Geräuschemissionen erreichbar sind. Durch Optimierungen an den Bussen durch die Hersteller hat sich zudem innerhalb der Projektlaufzeit der Kraftstoffverbrauch und die Zuverlässigkeit der Fahrzeuge verbessert". Eine erhebliche Reduzierung konnte bei der NO2-Direktemission gemessen werden, die sich im Mittel um 74,9 % reduzierte. Je nach Einsatzgebiet und Fahrzeug schwankt die Reduktion zwischen 62,4 % und 82,0 %. Bei der CO2-Emission konnte nur eine Senkung im Mittel um 10,3 % ermittelt werden. "Die unterschiedlichen Einsatzbedingungen führen hierbei zu einer Schwankungsbreite von +7,3 % bis -30,4 % gegenüber den konventionellen Fahrzeugen", so ihr Bericht. (Kommentar des Verfassers: Eine sehr geringe Einsparung gegenüber Trolleybussen, die innerhalb der Stadt keine Abgase ausstoßen würden!). Entsprechend dem CO2-Verbrauch war auch der Kraftstoffverbrauch weitaus weniger gesenkt als erhofft.

Im anschließenden Vortrag von Burkhard Kuphal, Leiter des Technischen Bereichs der SWK MOBIL wurde der Werdegang der inzwischen zehn Einheiten umfassenden Flotte der SWK beschrieben. Obwohl der Betrieb Erfahrung mit 600V-Anlage hat, musste stark in den Werkstätten investiert werden, hierfür erfolgte jedoch keine Förderung. Beim Kraftstoffverbrauch lagen die Hybridbusse gegenüber den konventionellen Dieselbussen gleichauf, hier hatte die SWK durch die Aussagen des Herstellers mit 20 Prozent Ersparnis gerechnet. Anfangs mussten sogar Mehrverbräuche bei den Hybridbussen hingenommen werden, da das Heizungssystem und das Software-Energiekonzept
mangelhaft waren. Hier konnte durch den Einbau von Wärmetauschern beziehungsweise eine optimierte Programmierung für Abhilfe gesorgt werden.
Über die Förderung der Hybridbusse im VRR sprach Martin Husmann, Vorstandssprecher VRR; er kündigte an, dass keine Förderung für weitere Hybridbusse vorgesehen ist, zuerst sollen die Langzeittestergebnisse der bisher beschafften 70 Fahrzeuge abgewartet werden. Weitere Gastreden hielten der Minister Harry Voigtsberger, Ministerium für Wirtschaft, Energie, Bauen, Wohnen und Verkehr des Landes NRW und Dr. Steinle, Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung.

Es waren in der Halle ausgestellt bzw. verkehrten auf einem Rundkurs im Depot (*):
- Volvo 7700 Hybrid: TRD-Reisen DO-HY45, Vorführwagen M-V 1504*
- Solaris Urbino 18 Hybrid II/Allison: Neuss 2100
- Solaris Urbino 18 Hybrid III/Voith Bochum-Gelsenkirchen 1167, Düsseldorf 8401
- Solaris Urbino 12 Hybrid/Eaton: M.Gladbach 1115
- Mercedes-Benz O 530 GDH (Citaro): Krefeld 5627 und 5630*, Mülheim 6701, Duisburg 1101, Vestische 2301, Essen 4701, Wuppertal 1259
- MAN A37 Hybrid (Lion's City)/Siemens: Oberhausen 693, Viersen 43, Hagen 701 und ein weißer Vorführwagen
- Hess Swisshybrid/Vossloh-Kiepe: Dortmund 1821, Ennepetal 365, Hagen 801*

Am Rande war zu erfahren, dass sein zwei Wochen die beiden Doppelgelenk-Hybridbusse in Hamburg bei der HHA im Einsatz auf der Linie M5 stehen, der zweite Wagen erst seit zwei Tagen. Eine offizielle Vorstellung für die Presse fand Anfang Juni 2012 statt.
Dabei erhielten die Hybridbusse ein neues Versorgungskonzept: Die Firma Hess ist nun für den Motor der Firma Cummins zuständig, die Firma Vossloh-Kiepe steuert einen Generator aus eigener Produktion bei, anstelle des bisher verwendeten Iveco-Motors und Bauteil des Zulieferers Kirsch. So konnte die Dieselmotoran- und Ausschaltung optimiert werden trotz weiterer Abgasreinigung durch Blue-Tec-Zuführung. Außerdem wurde eine neue Software zur optimierten Stromverbrauch entwickelt. Zudem sind die eingebauten Elektromotoren kleiner, sie weisen eine Nennleistung von je 100 kW auf. Somit wird nun eine Einsparung von 15% Dieselkraftstoff erwartet.

Fotos:
Alle Wagen fuhren am Ende der Veranstaltung aus der Halle, um sich auf dem Betriebshof in einer Reihe für ein Foto aufzustellen:
Oben von rechts nach links: Dortmund 1821, Krefeld 5627, Viersen 43, M.Gladbach 1115, Neuss 2100, Oberhausen 693
Mitte von rechts nach links: Bochum-Gelsenkirchen 1167, Dortmund 1821, Krefeld 5627, Viersen 43 (beide verdeckt), M.Gladbach 1115, Neuss 2100, TRD-Reisen DO-HY45, Oberhausen 693, Hagen 701, Essen 4701, Wuppertal 1259. Aufnahmen: Jürgen Lehmann;
unten: Hess Doppelhybrid 9201 am 8.6.2012 am Rathausmarkt in Hamburg. Aufnahme: Martin Schmelter

Weitere Informationen können der Broschüre "Hybridbusse im VRR 2009 – 2012" abgerufen werden, verfügbar als PDF im nachfolgenden Link:


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