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trolley:planung - Bremen setzt auf Elektroantrieb

J. Lehmann - 18.02.13


Ab dem 15. Januar 2012 kam für rund vier Wochen auf der Quartierbuslinie 82 in Gröpelingen ein Elektrobus des Typs Solaris Urbino 8,9 LE electric zum Einsatz. Das 8,95 Meter lange Fahrzeug mit bis zu 62 Sitz- und Stehplätzen wird durch einen 120 kW-Asynchronmotor angetrieben. Die Firma Vossloh Kiepe zeichnete sich bei diesem Fahrzeug verantwortlich für die Traktionsausrüstung und ein effizientes Energiemanagement. Rund 120 km können täglich mit einer Batterieladung zurückgelegt werden. Als Energiespeicher dienen Lithium-Ionen-Batterien., diese können mit einem Ladeterminal in vier Stunden aufgeladen werden, aber auch eine Schnellladestation kann genutzt werden, die das Aufladen auf weniger als anderthalb Stunden verkürzt und somit die Standzeit des Busses reduziert. Auch eine Aufladung über einen Plug-in-Anschluss über einfache 400 V AC-Steckdosen (63A) ist möglich.

Die 220 Busse der Bremer Straßenbahn AG (BSAG) sollen langfristig durch Busse ohne Verbrennungsmotor ersetzt werden. Dabei erwies sich der getestete Hybridantrieb als Brückentechnologie und nun setzt die BSAG auf die Elektro-Variante der Busse. Die nun beim Hersteller Evobus für Ende 2013 bestellten 33 Gelenkdieselbusse des Typs Mercedes Citaro O 530 G sollen für die kommenden Jahre die letzten Beschaffungen von Dieselfahrzeugen sein. Erst in zwei Jahren sollen wieder Neufahrzeuge bestellt werden, dieser Zeitraum soll genutzt werden um die Elektrobustechnik zu erproben. Danach soll dann die Dieselbusflotte nach und nach durch abgasfreie Busse ersetzt werden, so dass im Jahr 2026 die gesamte Flotte der BSAG aus elektrisch angetriebenen Bussen besteht. Hierbei soll auch auf die Trolleybus-Technik gesetzt werden. Zur Aufladung der Batterien während des Linieneinsatzes sollen die Busse den erforderlichen Strom aus Oberleitungen beziehen. Dabei kann die vorhandene Infrastruktur der Straßenbahnoberleitung genutzt werden. Eine Machbarkeitsstudie für erste Versuche mit dieser Technik in der Überseestadt wurde bereits beauftragt.

Bereits vor über 50 Jahren bestand eine Trolleybuslinie in Bremen. Sie ersetzte die Straßenbahn auf einer teilweise nur 7,60 m breiten, stark befahrenen Reichsstraße. Die rund 7 km lange Strecke von Gröpelingen nach Burgdamm wurde alle 4-5 Minuten in den Hauptverkehrszeiten und alle 7½ Minuten zwischen 9 und 15 Uhr befahren. In Burgdamm bestand ein Übergang zum Omnibus, der die verschiedenen Gemeinden des nördlichen Bremer Stadtgebiets anband. Somit mussten die Fahrgäste von der Innenstadt oft zweimal umsteigen, so dass ein Durchführen der Autobuslinien nach Gröpelingen zur Straßenbahnendhaltestelle beschlossen wurde. Auch heute hat diese Situation Bestand. Mehrere Linien verkehren ab Gröpelingen in die nördlichen Stadtteile Bremens und somit wird die ehemalige Obuslinie heute durch die verschiedenen Buslinien im 5-Minuten-Takt befahren.

Fotos:
Werkaufnahme des Solaris Urbino 8,9 LE electric. Werkfoto Solaris
Bis 1961 konnten die Fahrgäste in Gröpelingen von der Straßenbahn in den Obus umsteigen. Aufnahme: Götz Rümpler (Archiv Werner Stock, Slg. L.Kenning)


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