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trolley:planung - Osnabrück: Planung für Oberleitungs-/Batteriebus

J. Lehmann - 04.11.13


Mit dem am 01.09.2013 veröffentlichten Entwurf des 3. Nahverkehrsplans der Stadt und dem Landkreis soll der Oberleitungsbus in Osnabrück das Rückgrat des öffentlichen Nahverkehrs werden. Der auf Grundlage der Machbarkeitsstudie des Ingenieurbüros Lindschulte & Kloppe erstellte Nahverkehrsplan sieht die Einführung eines Oberleitungs-/Batteriebus-Systems in der 150.000 Einwohner-Stadt vor. Diese sollen auf den Ausfallstraßen ab dem Ring um die Innenstadt mit Oberleitung versehen werden, dann können die Elektrobusse hier ihre Batterien während der Fahrt ohne Zeitverlust aufladen. Es sollen auf 13 Streckenachsen (bezeichnet mit A-J und L) insgesamt 52 km Oberleitung montiert werden, die Streckenverläufe K und M sollen beim Busbetrieb ohne Oberleitung bleiben. Das restliche Liniennetz soll zunächst mit kleineren Dieselbussen bedient werden, auf längere Sicht sollen dann auch Busse mit elektrischen Antrieben fahren. Teilweise sollen diese Linien Zubringerfunktionen erhalten, derzeit wird ja bereits eine Elektrobuslinie mit Kleinbussen erprobt.

Die Zielrichtung zur Einführung des elektrischen Bussystems mit Oberleitungs- und Batterieantrieb wurde nun im Nahverkehrsplan übernommen, eine Offenlegung zur Bürgerbeteiligung erfolgte bis zum 31.10.13. Nach Einarbeitung aller Anregungen und Einsprüche soll der Stadt- und Landrat den Nahverkehrsplan verabschieden. Die Voraussetzung für eine Realisierung der umweltfreundlichen Lösung ist eine 70-prozentige Förderung der Investitionskosten, diese Förderung wird nach Verabschiedung beantragt.

Auf Nachfrage der
Tagespresse an den Geschäftsführer der Planungsgesellschaft Nahverkehr Osnabrück (PlaNOS) ,
auf die durch die Industrie propagierte Lösung der induktiven Stromzuführung anstelle der Oberleitung erläuterte Martin Meyer-Luu, dass eine solche Lösung noch in Erprobung ist. Für eine schnelle Realisierung soll besser auf ein bewährtes System zurückgegriffen werden, welches durch die Batterienutzung innovativ und zudem kostensparend ist. Denn ein komplettes Oberleitungssystem würde Kosten in Höhe von knapp 200 Millionen Euro ausmachen, die derzeitige Planung kann mit 94 Millionen Euro realisiert werden.

In der am 25.04.2013 präsentierten und veröffentlichten Machbarkeitsstudie wurde auch die Alternative Stadtbahn wie andere zukunftsfähige ÖPNV-Systeme untersucht. Da es im einem eventuellen Schienennetz zahlreiche Einschränkungen wie Brücken, Bahnübergänge aber auch Steigungen gibt, die ohne aufwändige Sonderkonstruktionen einen Straßenbahnbetrieb in der Stadt unmöglich machen, liegt der volkswirtschaftliche Kosten-Nutzen-Faktor eines Straßenbahnsystems auf unter 1. Der geringe Wert schließt damit eine öffentliche Förderung durch den Bund und das Land Niedersachsen aus. Neben den vierfach so hohen Erstellungskosten wird nur eine eingeschränkte Flächenerschließung erzielt, die untersuchte Planung sieht nur die Umstellung der Achsen A, G, H, J und L mit 26 km Länge vor, eventuell auch Achse D mit dann gesamt 31 km. Trotz dieses Ergebnisses kämpft eine Gruppe "Stadtbahn-Initiative" weiterhin für die Einführung eines Straßenbahnsystems. Sie lud am
30. Oktober zu einem Informationsabend zum Thema Nahverkehrsplan ein, die Ergebnisse dieser Veranstaltung waren jedoch nicht zielführend, so der im nachfolgenden Link abrufbare Artikel der Tagespresse.

Foto:
Verkehren auf den Ausfallstraßen in Osnabrück bald wieder Obusse? Auf der Alten Poststraße vor dem 1972 demontierten rund 75 m hohen Scheiben-Gasbehälter begegnen sich die Obusse 220 und 226 im August 1966, der 1960 ausgebaute Obusbetrieb musste seinerzeit aufgrund der aufwändigen Straßenausbauarbeiten wieder aufgegeben werden. Aufnahme: Thomas Johansson


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