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trolley:planung - Leipzig: Förderbescheid erhalten

J. Lehmann - 09.12.13


Die Projektpartner des Pilotprojekts "eBus Skorpion" erhielten am 15.11.2013 Fördermittelbescheide in Höhe von rund 2,9 Millionen Euro für ihr innovatives Projekt im Rahmen des sächsisch-bayrischen Schaufensters ELEKTROMOBILITÄT VERBINDET.. Bei den Projektpartnern handelt es sich neben den Leipziger Verkehrsbetrieben um die Westsächsische Hochschule Zwickau, Fakultät Kraftfahrzeugtechnik sowie dem Fraunhofer Institut für Verkehrs- und Infrastruktursysteme (IVI). Der Projektname "Skorpion" ist dabei eine Abkürzung der Anfangsbuchstaben der Worte "Strom, Kraft, Oberleitung, Rekuperation, Plug-In, Innovation, Oekologisch und Nachhaltig."

Projektziel ist die Erforschung und Entwicklung von Möglichkeiten der Nachladung von Elektrobussen während der Fahrt aus einer Oberleitung. Dafür sollen auch Teile der bestehenden Infrastruktur, wie z. B. Unterwerke der Straßenbahn, genutzt werden. In einem ersten Schritt wird ein Batteriebus, bei dem die Nachladung des Energiespeichers im laufenden Betrieb über eine Oberleitung erfolgt, unter Fahrbetriebsbedingungen auf der Linie 70 getestet.

Bei den theoretischen Betrachtungen soll die Linienführung der Linie 70 modelliert und im Hinblick auf eine hohe Batterielebensdauer und eine netzschonende Leistungsaufnahme entlang der Strecke optimiert werden. Zum praktischen Teil des Projekts gehört die Entwicklung einer Polarisierungsänderung der Stromabnahme im Fahrzeug, um eine gemeinsame Nutzung einer Doppelfahrleitung für beide Fahrtrichtungen zu erreichen. Außerdem sollen die An- und Abdrahtvorgänge praktikabler und flexibler gestaltet werden, unter der Bezeichnung "dynamisch-automatisiertes Plug-ln-System" sollen die Stromabnehmer mittels Radar- und Ultraschallsensoren zur Ortung der Oberleitung sowie elektromechanische Stellantriebe zum schonenden Andrücken des Stromabnehmers an die Oberleitung entwickelt und erprobt werden.
In den ersten Jahren werden die drei Projektpartner zuerst per Simulation erarbeiten, welche Parameter zu berücksichtigen sind. Daraus wird geschlossen, ob der Pilotbetrieb mit dem Umbau einer der vorhandenen Hybridbusse erfolgt oder ein neues Fahrzeug beschafft wird.

Als Teststrecke ist die Buslinie 70 zwischen Thekla und Connewitz Kreuz vorgesehen, die immer wieder auf Teilstücken parallel zum Straßenbahnnetz verkehrt und hier Kontakt zum Oberleitungsnetz haben kann. Eine Verlängerung der Linie 70 soll anstelle der Straßenbahnlinie 9 bis Markkleeberg ist wieder vorgesehen, denn vorerst fährt die Linie 9 nach Inbetriebnahme des City-Tunnels, der am kommenden Sonntag eröffnet wird, dabei Leipzigs Innenstadt von Nord nach Süd unterquert und den Hauptbahnhof mit dem bislang stillgelegten Bayerischen Bahnhof und des Mitteldeutschen S-Bahn-Netzes verbindet, für ein Jahr weiter auf der gewohnter Trasse. Damit soll getestet werden, welche Auswirkungen das neue S-Bahn-Netz auf die Nutzung der Linie 9 hat. Perspektivisch ist eine die Umstellung der Linie 9 auf Busbetrieb geplant und sofern die Erprobung des E-Busses erfolgreich ist, als Option die Nachrüstung von vier weiteren Hybridbussen erfolgen kann oder eine Anschaffung entsprechender E-Busse erfolgt.

Foto:
Seit 2011 verkehren auf einigen Buslinien in Leipzig Hybridbusse, am 27.05.2011 nahm einer der HESS-Hybridbusse auf der Linie 72 den Liniendienst auf, Aufnahme: Mario Strümpf, http://www.l-nv.net/


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