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trolley:firmen - VOSSLOH KIEPE: Ausrüstung für Trolley- und Batteriebusse

J. Lehmann - 15.09.14


Über 50 Trolleybusse werden zurzeit von der Firma Vossloh Kiepe ausgerüstet. Während die Inbetriebnahme des letzten der 9 Doppelgelenkwagen für Luzern (mit Firma Hess) für Oktober und des letzten der 33 Gelenktrolleybusse (mit Firma VanHool) für Genf im Dezember vorgesehen ist sowie die ersten von zehn Doppelgelenkwagen für den neuen Trolleybusbetrieb in Malatya erprobt werden, folgen in 2015 14 Trolleybusse (mit Firma VanHool) für Cagliari und bis 2017 20 Gelenktrolleybusse (mit Firma Hess) für Arnheim. Kurz vor der Auftragsunterzeichnung steht die Lieferung von zwei (mit Option auf weitere zwei) Trolley-/Batteriebussen für einen Forschungsbetrieb in Esslingen, hier wird voraussichtlich die Firma Solaris die Karrosserien zuliefern.
Die Auslieferung der 33 Gelenktrolleybusse für die TPG in Genf wird nun verstärkt anlaufen, nachdem eine Verzögerung bei der Inbetriebnahme der ersten Fahrzeuge erfolgte. Grund sind längere Test- und Entwicklungszeiten für die von der Firma WABCO zugelieferte Bremssystems durch die Firma Wabco, der für den Doppelachsantrieb speziell entwickelt wurde sowie die Traktionsbatterie, die bei der Firma Vossloh Kiepe intensive und zeitraubende Lebensdauer- und Sicherheitstest durchlaufen hat. Dieses ließ bislang nur die Inbetriebnahme von 9 Einheiten zu. Nach jüngsten Planungen ist die behördliche Abnahme des letzten Fahrzeugs für den 15.12.2014 beantragt.
Vertraglich ist eine Ausstattung der 20 Gelenktrolleybusse für Arnheim mit einem Euro6-Dieselmotor vorgesehen. Da jedoch die Zulassungsbestimmungen innerhalb der EU nun eine gesamthafte Prüfung des Fahrzeugs für Euro6 vorsieht, ist der Aufwand hierfür sehr aufwändig und kostspielig. Anstelle des wenig genutzten Dieselaggregats ist nun der Einbau einer Batterie in Diskussion, wie er bei den derzeit ausgelieferten Wagen für die Schweizer Betriebe erfolgreich eingebaut wurde.

Bei der Lieferung der Trolleybusse für Caglari ist weiterhin der Einbau eines Dieselaggregats vorgesehen. Aufgrund des Entgegenkommens der Behörden, die die Zulassung der Trolleybusse für die noch nicht fertgestellten Systeme in Pescara, Rimini und Avellino sowie der 45 Trolleybusse der Firmen BredaMenarinibus/Skoda, die fertig auf dem Hof bei der Firma Breda stehen und auf die Inbetriebsetzung auf der nicht fertigen Strecke in Rom warten, nicht gefährden will, wird die Möglichkeit einer Zulassung mit Euro5-Hilfsmotoren bis 2015 verlängert.

Der Anteil an der Lieferung von Batteriebussen für einige deutsche Modellbetriebe wird stetig gesteigert. So ist Vossloh Kiepe an einem Forschungsprojekt eines „E-Mobility–Linienbetriebs“ in Berlin beteiligt, der in Berlin im kommenden Jahr 2015 starten soll. Das im Rahmen des von der Bundesregierung geförderten Forschungsprojekts „Internationales Schaufenster der Elektromobilität Berlin-Brandenburg“ sieht die Beschaffung von insgesamt vier 12-Meter-Batteriebusse für einen rein elektrischen Betrieb auf einer Linie der BVG vor. Neben Vossloh Kiepe sind die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG), die Technische Universität Berlin, Bombardier und Solaris Bus & Coach an dem Forschungsprojekt beteiligt. Das Nachladen der Batterien ist kontaktlos an den Endstationen vorgesehen.
Einen anderen Weg der Batterienachladung geht die Hamburger Hochbahn AG, die den Fahrzeughersteller Solaris Bus & Coach mit der Entwicklung von zwei 18-Meter-Batteriebussen des Typs Urbino 18,75 electric beauftragt hat. Die beiden Batterie-Fahrzeuge erhalten eine Brennstoffzelle als Energielieferant, die zu den zusätzlich mittels Batterie gespeicherten Energie den mittleren Energieverbrauch abdecken sollen. Die Gelenkwagen sollen nach einer täglichen Laufzeit von 250 km nach Einsatzende am Abend mit Wasserstoff betankt und die Batterien über Nacht geladen werden. Die Auslieferung der beiden neuen Gelenkfahrzeuge ist bereits Ende dieses Jahres vorgesehen.

Vier weitere Elektro-Gelenkbusse der Firma Solaris sind im Herbst zur Auslieferung an die Braunschweiger Verkehrs-AG vorgesehen. Hier wird seit dem 27. März 2014 im Vorlaufbetrieb ein 12-Meter-Batteriebus im Rahmen des Programms "Emil" (Elektromobilität mittels induktiver Ladung) auf der zwölf Kilometer langen Ringlinie 19 eingesetzt. Das Fahrzeug ist mit dem modular aufgebauten System der elektrischen Antriebs- und Bordnetzausrüstung von Vossloh Kiepe ausgestattet und erstmals mit dem induktiven Ladesystem Primove von Bombardier kombiniert.
Machbarkeitsstudien, die die Einführung von Trolley-/Batteriebussen in den Städten Bremen und Osnabrück untersuchen sollen, werden zur Zeit erarbeitet, hierbei wurde die Firma Vossloh-Kiepe noch nicht einbezogen, obwohl sie eine große Erfahrung auf diesem Gebiet besitzt.
Eine Gesamtübersicht über das gegenwärtige Angebot an elektrischen Verkehrsmitteln bietet die 4. Internationale E-Bus-Konferenz, die im November in Hamburg stattfindet. Auch Vossloh Kiepe wird als einer der Sponsoren seine Produktpalette hier vorführen.

Fotos:
New Look, powered by Vossloh Kiepe: Mit modernen Formen und frischen Farben setzen die neuen Trolleybusse für Luzern (oben, 09.07.14) und Genf (unten, 15.09.14) markante Zeichen für den elektrischen Stadtverkehr. Aufnahmen: J. Lehmann


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