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Chongjin [CG] - Dreigeteiltes Netz

K. Budach - 29.06.15


Die nordkoreanische Provinzstadt Chongjin liegt rund 450 km Luftlinie nordöstlich der Haupstadt Pyongyang und nicht weit von der chinesischen Grenze entfernt am japanischen Meer. Sie ist für Ausländer kaum zugänglich. Ein Trolleybusbetrieb besteht in Chongjin seit Oktober 1970 und ein Straßenbahnbetrieb seit 1999.

Chongjin besitzt derzeit drei Trolleybuslinien. Die Hauptlinie 1 durchquert die Stadt von Sanam (Hafen) im Osten bis nach Sabong im Südwesten der Stadt. Dort besteht Umstieg zur Straßenbahnlinie, welche über die südliche Siedlung Namchongjin nach Pongchon führt.
In Namchongjin besteht Anschluss an die isolierte Trolleybuslinie 2, welche von Namchongjin weiter südlich nach Ranam führt. Die Oberleitungsschleife in Namchongjin ist recht primitiv, gewendet wird quer über die Straße und beidseitig über die Gehwege nebst Bordsteinkanten. Bis zum Frühjahr 2012 waren die beiden Linien 1 und 2 miteinander verbunden (abschnittsweise Parallelverkehr zur Straßenbahn)! Nun übernimmt aber die Straßenbahn den Fahrgastverkehr zwischen Sabong und Namchongjin. Eine dritte Linie führt von Chongjinyok (Bahnhof) in den Norden nach Chongam.

Alle drei Linien sind nicht miteinander verbunden. Zwischen den Strecken 1 und 3 gibt es noch Oberleitungsreste. Die Linie 1 wird seht gut bedient - das Intervall liegt bei 10-20 Minuten mit zahlreichen Fahrzeugen. Die Linie 2 wird anscheinend nur zur Hauptverkehrszeit bedient (unterschiedliche Sichtungen mit 1-2 Fahrzeugen). Die Linie 3 wird ebenfalls nur zur HVZ bedient, stabil immer mit einem Wagen.

Der Fahrzeugbestand des Trolleybusbetriebs besteht weitgehend aus Fahrzeugen des lokalen Bus- und Lkw-Herstellers Jipsan (Chongjin Bus Works).


Nach Informationen von Daniel Möschke vom April 2015.


Bild oben:
Wagen 253 und dahinter 233 an der Haltestelle Sabong-Haean, welche am zentralen Platz der Stadt Chongjin gelegen ist. Die dortige Linie 1 wurde anlässlich der großen Festlichkeiten zum Geburtstag des Staatsgründers KIM IL SUNG geteilt. Aus Richtung Namchongjin endeten die Linienkurse dort und wendeten ohne Fahrstrom über die sechsspurige Straße. Dazu beschleunigten die Trolleybusse und folglich wurden beide Stangen von der Schaffnerin abgezogen, sodass die Fahrzeuge mit Schwung wenden konnten. Diese Prozedur fand stets unter Aufsicht der Verkehrspolizei statt.
Bild unten:
Der Wagen 235 ist der einzige auf der isolierten Nordstrecke - hier an der Endhaltestelle Chongam im Norden der Stadt. Aufnahmen: Daniel Möschke





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