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trolley:planung - In Motion Charging/IMC auf der InnoTrans

J. Lehmann - 12.09.16


Auch die Hauptstadt Berlin will mit gutem Beispiel vorangehen und den Anteil an elektrischen öffentlichen Verkehrsmitteln stark erhöhen. Derzeit sind auf der Buslinie 204 nur bis zu drei der vier Batteriebusse im Einsatz, aber die Erweiterung des Betriebs ist von Prof. Dr.–Ing. Dietmar Göhlich von der TU Berlin bereits untersucht worden. Am Beispiel des Betriebshofs Cicerostraße, von dem 17 von 46 Buslinien mit Batteriebussen bedient werden könnten, errechnete sein Institut den Bedarf an Aufladestationen. Bei einer Ladeleistung von 300 kW und 60/90 KWh Batteriekapazität wären 24 Aufladestationen, bei einer Ladeleistung von 200 kW und 90/150 KWh Batteriekapazität sogar 60 Ladestationen erforderlich. Es reicht somit nicht aus, nur die Endhaltestellen mit Ladestation zu bestücken, sondern auch einige Zwischenhaltestellen. Zudem müsste bei den gemeinsamen Endhaltestellen viel Platz für die Ladestationen bereit gestellt werden. Seine Untersuchungen enden mit dem Fazit, dass an Kosten für Batterie und Infrastruktur rund 88.300 € pro Linien-km anfallen. Mit geringfügig mehr Mitteln könnte eine Fahrleitung für das Aufladen der Busse während der Fahrt installiert werden. Die Aufladung der Batteriebusse könnte während der Fahrt erfolgen und die unwirtschaftlichen Standzeiten könnten minimiert werden und der Platzbedarf an Endhaltestellen reduziert werden. Ein Vorschlag zur Einführung von Batteriebussen, die unter der Oberleitung aufladen, erfolgte bereits vor kurzem durch den kommissarischen Leiter der Bus-Abteilung der BVG Torsten Mareck, so ein Artikel des BerlinOnline Stadtportals. Dabei sollen die Fahrleitungen überwiegen und nur dort im Batteriebetrieb gefahren werden, wo die Leitungen das Stadtbild stören oder an Knotenpunkten komplexe Anlagen wie Weichen erfordern. "Dieses Prinzip spare Geld beim Bau der Fahrleitung, die beim Bus ohnehin einfacher und kostengünstiger ausfällt als bei der Straßenbahn" wird Torsten Mareck in entsprechenden Presseartikeln zitiert. Obwohl Torsten Mareck erklärt, dass diese "mit den Oberleitungsbussen, die bis in die 1970er-Jahre durch Berlin gefahren sind, heutige Obusse nicht vergleichen“ darf, wird wieder durch die Presse ein direkter Vergleich mit ehemaligen Obusbetrieb gezogen und in den Vordergrund geschoben.

Das System des Aufladens während der Fahrt, das sogenannte Prinzip "In Motion Charging" wird von Firma Vossloh Kiepe im Rahmen der InnoTrans in Berlin in der kommenden Woche näher vorgestellt: Erik Lenz wird am Donnerstag, 22.9.16 von 16.30 Uhr bis 17.30 Uhr an der Speakers' Corner in der Halle 14.2, Eingang Ost das Prinzip den Besuchern näher bringen.
Auch TrolleyMotion bietet einen Tag zuvor zwischen 12:00 Uhr bis 12:45 Uhr im Pressezentrum Halle 6.3 Raum B eine Veranstaltung unter dem Motto: „Wie flottentauglich sind E-Bus-Systeme und warum es nicht genügt vier elektrische Busse zu betreiben“ an. Verschiedene Vorträger vergleichen die verschiedenen Lösungen bezüglich Technik, Betrieb, Infrastruktur und Kosten miteinander.

Foto:
Unter unauffälliger Oberleitung aufladen und kurz darauf mit Batterie oberleitungsfrei fahren wird bereits in Gdingen praktiziert, hier Solaris 3007 am 24.08.2016, ein praktikables Beispiel für größere Batteriebussysteme. Aufnahmen: J. Lehmann


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