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Zurich [CH] - Elektrifizierungsstrategie «eBus VBZ»

J. Lehmann - 19.09.16


Mit einer Pressekonferenz am 8.9.2016 stellte die VBZ ihre Elektrifizierungsstrategie «eBus VBZ» vor. Diese umfasst eine Erweiterung des Trolleybusnetzes, eine Beschaffung von Hybridgelenkbussen, den Einsatz eines Quartier-eBus und das Leuchtturmprojekt «SwissTrolley plus». Der bereits hohe Anteil von rund 80 Prozent der Fahrgäste, die mit elektrischen Transportmitteln befördert werden, soll damit erweitert werden.
Zuerst wird ab Oktober 2016 ein elektrisch angetriebener Bus auf Quartierbuslinien 35, 38, 39, 40, 64, 73, 79 und 307 zum Einsatz kommen. Für den zweijährigen Probebetrieb mietete die VBZ einen eBus des Herstellers SOR an.

Zur Ablösung eines Teils der Dieselbusflotte wurde die Beschaffung von elf Hybridgelenkbussen ausgeschrieben. Die neuen Hybridgelenkbusse sollen ab Mitte 2017 von der Firma Volvo Group (Schweiz) AG, Dällikon geliefert werden, so eine Bekanntgabe der Vergabe im Amtsblatt des Kantons Zürich Nr.36 vom 9.9.16 auf Seite 10.

Nach der erfolgreichen Nutzung des Batterieantriebs im Linieneinsatz im Bereich des Albisriederplatzes erhalten nun alle Trolleybusse einen Batterieantrieb anstelle des Hilfsmotors. Damit erhöht sich die Flexibilität und die Wirtschaftlichkeit des Trolleybusses weiter. Der Trolleybus weist auf stark frequentierten Linien auch zukünftig Vorteile gegenüber dem reinen Batteriebus auf und eine Umstellung der Buslinien 69 und 80 im Zeitraum 2019 - 2022 auf Trolleybusbetrieb ist ein wesentlicher Punkt der Elektrifizierungsstrategie.
Weitere städtische Entwicklungsgebiete sollen mit einer neuen Generation von Batterie-Trolleybussen erfolgen. Ein Prototyp ist im Rahmen des vom Bundesamt für Energie unterstützten Leuchtturmprojekts «SwissTrolley plus» zurzeit beim Projektpartner Carrosserie Hess AG in Bau. Die ETH Zürich und die Berner Fachhochschule begleiten das Projekt. Der Trolleybus der Zukunft soll längere Abschnitte im Batteriemodus ohne Fahrleitung befahren können.

Nach einer mehrmonatigen Umbauphase erhielt nun der erste mit Batterieversorgung anstelle des bisherigen Dieselnotfahraggregat ausgestattete SwissTrolley 160 seine Neuzulassung durch das BAV und befindet sich seit dem 9.9.2016 im Linieneinsatz. Zur Kühlung des EnergyPacks wurde noch eine Lüftungslösung entwickelt. Durch den Einbau des Batteriensatzes hat sich das Gesamtgewicht des Fahrzeugs geringfügig erhöht, eine neue Zulassung ist jedoch ohnehin nach dem Umbau durch die geänderte Energieversorgung erforderlich. Für die Abnahme der VBZ gegenüber der Firma Hess, bei der der Umbau der Fahrzeuge beauftragt wurde, muss das Fahrzeug während den nächsten 30 Tagen im Linienbetrieb die Zuverlässigkeit beweisen. Für den Linieneinsatz wurde ein bestimmter Kurs der Linie 72 festgelegt, der rund 300 Kilometer pro Tag absolviert und dabei je rund zwanzig Mal das Auf- und Abdrahten zwischen Hardplatz und Albisriederplatz und in Gegenrichtung durchführt.

Die Abnahme vom BAV ist auch bei dem ebenfalls umgebauten Doppelgelenktrolleybus 61 erfolgt, auch dieser nahm nun mit einem Batterieantrieb wieder den Linienbetrieb auf.

Mitte September 2016 wurde der Gelenktrolleybus 144 nach Bellach überführt. Der Umbau des Fahrzeugs erfolgt bei der Firma Hess gemeinsam mit Mitarbeitern der VBZ. Diese erhalten damit die Umbauinstruktionen um die weiteren Fahrzeuge in Zürich selbständig in der Zentralwerkstatt durchzuführen. Bis Ende des Jahres ist die Fertigstellung von sechs bis acht Fahrzeugen vorgesehen, neben dem Einbau des EnergyPacks wird auch ein Retrofit im Innenraum durchgeführt.


Foto:
Seit dem 21. August 2016 sind die Bauarbeiten am Löwenplatz beendet und die Linie 31 kann wieder komplett unter Oberleitung fahren, die seit dem 2.Mai 2016 eingeführte Batteriefahrt auf rund 1 km zwischen den Haltestellen Sihlpost und Bahnhofplatz entfiel, hier Doppelgelenkwagen 75 vor dem Bahnhof Zürich am 3.08.2015. Aufnahme: Jürgen Lehmann


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