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Esslingen [DE] - Planung zur Erweiterung des elektrischen Betriebs von 21% auf 63% vorgestellt

J. Lehmann - 22.05.17


Am 16.5.17, fast einem Jahr nach dem ersten Linieneinsatz der neuen Hybridtrolleybusse, stellte der Oberbürgermeister Jürgen Zieger während eines Pressegesprächs die Pläne der SVE zum Ausbau des elektrischen Verkehrs vor. Die Erhöhung des Anteils von elektrisch gefahrenen Buskilometern soll in zwei Ausbaustufen von derzeit 21% auf 63% angehoben werden. Hierzu soll auch das Oberleitungsnetz weiter ausgebaut werden. Gemäß der vorgestellten Planung soll die Stuttgarter Straße in der Pliensauvorstadt, Teile des Altstadtrings sowie die Buslinien 105 und 111 in Richtung Esslinger Norden rund 2,5 km über die Wielandstraße, Rotenackerstraße und Kirchackerstraße mit Oberleitung versehen werden. Neben den bisher von den SVE befahrenen Buslinien 102/103, 105 sollen auch die bisher von Privatunternehmern bedienten Buslinien 111 und teilweise der Linie 109 elektrisch verkehren. Die Pläne sollen bereits in der kommenden Woche dem Gemeinderat zur Zustimmung vorgelegt werden. Es wird mit Investitionen in Höhe von 3,6 Millionen Euro gerechnet. Hinzu kommt die Beschaffung von Fahrzeugen für diese Linien. Für 2018 ist der Ersatz der VanHool-Gelenkwagen geplant, so dass dann zu den zehn vorhandenen Hybrid-Trolleybussen noch 15 weitere beschafft werden sollen. Die Anschaffungskosten pro Fahrzeug sind mit 900 000 Euro angesetzt, hier hofft die SVE auf Zuschüsse vom Land und vom Bund.
Die restlichen Buslinien, die dann 37% (statt bisher 49%) der gefahrenen Kilometer ausmachen, sollen an private Busunternehmer vergeben werden. Hier steht jedoch noch die Entscheidung des Regierungspräsidium über die Widersprüche der Privatunternehmer offen, die gegen deren Anfang 2017 getroffene Entscheidung, den Esslinger Busverkehr in städtischer Hand zu belassen, Einspruch einlegten. Sie beantragten zuvor, den Stadtverkehr in Esslingen eigenwirtschaftlich zu betreiben. In Folge der Beauftragung der Privatunternehmer gäbe es eine Einstellung des Oberleitungsbetriebs, die von den Busunternehmern als „veralterte Technik“ bezeichnet wird. Sie boten an, Batteriebusse einzusetzen, die die Tagesleistung von 250 km erreichen würden und somit in den Nachtstunden in ihren Depots aufgeladen werden. Allerdings bleibt zu bezweifeln, dass dies eine kostengünstigere Variante zum In-Motion-Charging darstellt, zumal diese Fahrzeuge nicht serienmäßig angeboten werden und eine schnelle Abnutzung der Batterie durch die vollständige Ausnutzung der gespeicherten Energie erfolgt. Ebenfalls kamen Gegenstimmen aus dem Lager der CDU, die sich im Esslinger Stadtrat in der Opposition befindet.
Hingegen sprach sich der Bezirksbeirat des Stuttgarter Bezirks Untertürkheim auf Antrag der CDU für eine Verlängerung der Linie 101 bis nach Untertürkheim mit großer Mehrheit aus. Es soll nun geprüft werden, ob hier die Masten der ehemaligen Straßenbahnstrecke für die Verlegung von Oberleitung dienen kann. Hier bezeichnet die dortige Opposition aus Linke und Grünen die Fahrt unter Oberleitung "als überalterte Technik" und sprachen sich für eine Lösung mit E-Bussen aus. Die CDU sieht aber die Verlängerung der Linie 101 mittels Oberleitung günstiger als eine "große Lösung mit E-Bussen". Dr. Werner Zaiß, stellv. Bezirksbeirat, Dipl. Physiker und selbständiger Berater Elektrizitätswirtschaft wird hierzu wie folgt zitiert: „Die Stadt sollte von Anfang an auf die vernünftige Technik setzen, anstatt Geld für einen solch unnötigen Versuch auszugeben.“


Foto:
Hybrid-Obus 502 verkehrte am Samstag, 1.10.16 schon auf der Linie 101, es besteht die Absicht, die hier ansonsten eingesetzten sechs VanHool-Gelenktrolleybusse bereits in den nächsten Jahren durch weitere Hybrid-Gelenkobusse zu ersetzen. Aufnahme: J. Lehmann


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