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Solingen [DE] - 25 Jahre Obuslinien nach Aufderhöhe

J. Lehmann - 18.08.18


Am Sonntag, 26.08.2018 führt das Obus-Museum Solingen e.V. gemeinsam mit der SWS Sonderfahrten nach Aufderhöhe durch, bei dem der Anhängerzug ÜHIIIs 59 mit Anhänger 06 stündlich von der Innenstadt nach Aufderhöhe fährt. Die Fahrten beginnen alle 60 Minuten zwischen 12 und 16 Uhr am Busbahnhof Aufderhöhe, wo auch ein Infostand im Museums-Obus Nr. 42 eingerichtet wird. Anlaß ist die Eröffnung der beiden Obuslinien nach Aufderhöhe vor 25 Jahren, im Rahmen einer Eröffnungsfeier fuhr am 22. August 1993 der erste planmäßige Obus zwischen Solingen und Aufderhöhe. Bei der ursprünglichen Planung sollte auch einer der vier BOB als zweiter Sonderwagen fahren, jedoch wurde der Einsatz von der SWS abgesagt.

Auf den Schulbeginn nach dem Ende der Sommerferien (29.08.2018) sind nun die ersten Einsätze der vier BOB im Linienverkehr verschoben, aber zuerst müssen die erforderlichen Schulungsfahrten des Fahrpersonals durchgeführt werden. In den Sommerschulferien am 16.8.2018 konnten die Verkehrsmeister geschult werden, sie dienen als Multiplikatoren und werden die Fahrer schulen. Dabei erhielten sie auch eine Schulung, um Fehler per Ferndiagnose über Funk zu beheben.

Aufgrund der erforderlichen Vorleistungen für den Einsatz der BOB auf der Linie 695 wird der ursprünglich für Herbst geplante Termin zur Umstellung dieser Linie verschoben. In den Sommerschulferien plante die Stadt den Baubeginn der Wendeschleife Abteiweg, wo die rund 20 minütige Pause der Fahrer für das Laden der Busse genutzt wird. Neben dem Ausbau des Wendeplatzes für Gelenkwagen wird dort ein Trafohäuschen mit Toilettenanbau errichtet. Die Zulieferfirmen können die zugehörige Ladestation jedoch erst Ende des Jahres liefern. Zudem wird die Fahrleitung um rund 100 m in die Alleestraße verlängert. Um ein aufwendiges Verlegen der Fahrleitung über die Haltestelle Unionstraße auf der Schlagbaumer Straße zu vermeiden und mit dem Fahrleitungstrichter die übrigen Obuslinien zu beeinträchtigen, sollen die BOBs nun an der Haltestelle Industriestraße in der Alleestraße eindrahten. Neben rund 150 m Fahrleitung werden eine zusätzliche Fahrleitungskreuzung und eine Einlaufweiche erforderlich. Um weitere zusätzliche Fahrleitung zu ersparen, werden die Haltestellen der Linie 695 am Graf-Wilhelm-Platz verlegt. In Fahrtrichtung Gräfrath wird der BOB unter der Oberleitung am Bussteig vor der Apotheke hinter den Bussteigen der Linie 683 und 684 halten. Die bisher hier angeordnete Endhaltestelle der Wuppertaler Linie CE64 wird dann an die Mittelinsel verlegt.

Nach der Präsentation des ersten BOB am 8.3.2018 traf der zweite BOB am 22. März 2018 auf dem Solinger Betriebshof ein und die Vertretern der europäischen Arbeitsgemeinschaft Oberleitungsbus (AG Trolleybus, gegründet durch den Verbund Deutscher Verkehrsunternehmen) konnten das Fahrzeug im Zuge ihrer zeitgleich abgehaltenen Tagung besichtigen.

Die KlimaExpo.NRW - eine Initiative der NRW-Landesregierung – nahm das Projekt rund um den BOB in seine Leistungsschau auf und ehrte das Projekt als 251. Schritt für den Klimaschutz in NRW. Neben einer Vorstellung des neuen, kurz zuvor zugelassenen Fahrzeugs auf dem Rathausplatz hinterließ am 7. Mai 2018 der Oberbürgermeister seinen Fuß- bzw. Schuhabdruck symbolisch für die Initiative. Bis zum Jahr 2022 beabsichtigt die KlimaExpo.NRW, mindestens 1.000 Schritte in die Zukunft auszuzeichnen.

Eine weitere Ausstellung des BOB erfolgte auf der Solingen Messe am 8.-9. Juni 2018, hier konnten die Besucher vor dem Eingang das Fahrzeug besichtigten. Eine weitere Begutachtung des neuen Obus war am „Mobilitätstag“ 1. August 2018 möglich, bis 14 Uhr wurde auf dem Neumarkt reichlich Fachwissen an vielen verschiedenen Info-Ständen geboten.

Die endgültige Zulassung der bis Mitte Mai auslieferten vier Wagen verzögerte sich jedoch weiter. Als die für den 16. Juni 2018 angesetzte Vorführfahrt mit Gewinnern des Solinger Tageblatt stattfand, war unverändert der erste Wagen zugelassen, aber die übrigen drei Wagen standen noch ohne Zulassung auf dem Betriebshof. Zudem war beabsichtigt, die neuen rein elektrischen Fahrzeuge mit einem E-Kennzeichen auszustatten, jedoch musste inzwischen realisiert werden, dass E-Kennzeichen für Busse (und LKWs über 5to Nutzlast) nicht vorgesehen sind. Somit behielt der BOB 861 sein Kennzeichen SG-SW 1861 und Ende Juni erhielten dann die übrigen drei Fahrzeuge die Kennzeichen SG-SW 1862 bis 1864.

Mit dem Fahrplanwechsel ab 11.06.2018 verkehrt die Linie 684 werktags von etwa 6:00 Uhr bis ungefähr 19:30 Uhr im durchgehenden 15-Minuten-Takt. Als Ersatz für den bisher morgens angebotenen 10-Minuten-Takt wird eine zusätzliche Fahrt im Schülerverkehr um 7:21 Uhr ab Schule Widdert angeboten. Ferner gab es Fahrzeitverschiebungen auf den Ringlinien 681 und 682 im Früh- und Spätverkehr sowie ergänzende Fahrten auf den Autobuslinien.

Der dann einen Monat später gültige reduzierte Fahrplan während der Sommerschulferien wurde im neuen Fahrplan noch nicht erwähnt, hier gab es ein eigenes Fahrplanheftchen, welches kostenfrei ausgegeben wurde. Die Linien 681, 682 und 683 verkehren statt alle 10 Minuten nur noch alle 15 Minuten, an Samstagen und Sonntagen wird anstelle des 15-Minuten-Takts auf einen 20-Minuten-Takt reduziert. Dabei kommen auf der Linie 683 nur Solodieselbusse zum Einsatz, die dann bis nach Burg durchfahren. Somit wird der Umsteigezwang in der Wendeschleife Krahenhöhe in den Sommerschulferien auf montags bis freitags reduziert, der aufgrund der Baustelle an der Eschbachstraße noch bis mindestens Ende des Jahres andauern wird.

Fotos:
oben: Am 16.08.2018 konnte der BOB 861 bei Schulungsfahrten an der Haltestelle Gräfrath festgehalten werden. Aufnahme: Marcus Fey
unten: Am 16.07.2018 benannte der Bürgermeister im Rahmen einer Feierstunde den Rathausplatz in Walther-Scheel-Platz, hier SwissTrolley 953 vor dem Foto des Namensgebers, der vor rund 99 Jahren im heutigen Stadtteil Höhscheid geboren wurde.
Aufnahme: J. Lehmann, 11.08.2018


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